Album: Algerino - Les derniers seront les premiers
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Label: 361 Records
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VÖ: April 2005
Wer hätte gedacht, dass man so bald, so viel vom jungen L'algerino etwas hören würde? Der Nachwuchs MC aus Marseille wurde in den vergangenen Jahren, als Mitglied der umstrittenen 45 Niggaz, eher belächelt. Seit seiner Trennung von dieser Crew konnte er allerdings einige Punkte wieder gut machen und ehe man sich versah signte ihn niemand geringeres als Akhenaton bei dessen Label 361 Records. Mit "Les Derniers seront les premiers" steht nun Algerino`s Debüt (Street) Album in den Läden, auf dem sich die Mischung von nagelneuem Stuff und seinen besten, bisher auf Mixtapes oder Compilations veröffentlichten Songs, konstant die Waage hält.
Den schlechten Ruf aus alten Zeiten kann Algerino hier schnell mit guten Flows und gezielten Lines abstreifen und auch das in Marseille nicht sehr geliebte Gangsta Gehabe hat er abgelegt und durch meist sehr nachdenkliche und tief gehende Zeilen ersetzt.
Der erste Track des Albums "Honneur et bravoure" rechnet, reimtechnisch betrachtet, gekonnt mit allen ehemaligen Kritikern Algerino`s ab, der Beat ist mit seinem Violinen Orchester Loop aber ein wenig zu eingestaubt um den Hörer wirklich vom Hocker hauen zu können.
"On est la" geht dagegen, mit einigen, ruhigeren E-Gitarren Samples, richtig nach vorne und zeigt das der Mann aus Plan D'aou nicht nur die düstere Seite des Rap Sounds bevorzugt.
Der Grundstein seines Debüts, sprich sein Titelsong "Les derniers seront les premiers" (zu deutsch: Die letzten werden die ersten sein) zeigt aber wieder worum es Algerino geht: Um Storys, um sein Marseille, um das Leben an sich. Verträumte Sounds, unterstützt von sehr soften Akusstik-Gitarren, fördern die Energie der Lyrics nahezu perfekt und somit ist "Les derniers seront les premiers" eines der Highlights des Albums.
Tracks wie "Sans retenue aucune" oder "Témoin muet" trüben die gute Vorstelleung, denn die zu langen Loops sind sehr anstrengend und in Sachen Battle hat man auch schon einfallsreichere Punchlines gehört als die, die Algerino hier zum Besten gibt.
Auch der Feature von Akhenaton kann "Dans la mouv" nicht aus dem sound technischen Mittelmaß erretten und "En Force" hätte ruhig den ein oder anderen Sample mehr vertragen können.
Vieles ist hier höchstens magerer Durchschnitt, aber immerhin finden sich mit "Etoile d'un jour", dank sehr tighten 16 Bars von Psy 4 Member Soprano und gut performter Gesangs Hook, oder "21", story tellin hat Algerino definitiv drauf, ein paar weitere richtig gute Songs.
Der geloopte Sample von einem dramatischen Orchester eines 80er Jahre Hits macht "M.A.R.S." zwar nicht zu dem Bonbon was es eigentlich ist, aber Features von der gesamten Mannschaft von Psy 4 de la rime und der kompletten Besetzung von IAM, gepaart mit hörbar viel Liebe zum Planet Mars, verleihen diesem Track echte Grösse.
Alles in allem ist "Les derniers seront les premiers" ein eher durchwachsenes Debüt, was aber mehr an der Produktion und den Beats liegt als am eigentlichen Protagonisten, denn der MC Algerino hat mich in jedem Fall von sich überzeugt.