Album:  Al K-Pote - Rap de Banlieusard .......................... Label:   Neochrome .......................... VÖ:  Januar 2007

Na, immer noch positiv überrascht vom Unité 2 Feu Album aus dem letzten Quartal von 2006 ? Wenn dem so ist, könnte sich dieses Gefühl jetzt weiter ausdehnen. Denn U2F Member Al K-Pote schiebt nun sein Solo Street Album hinter her und dabei handelt es sich nicht etwa um ein übliches Best Of Gebreu. 20 nagelneue Tracks bietet "Rap de Banlieusard" und Al K-Pote überlässt darauf auch mal Label Kollegen wie Grödash das Mirkofon. Ob er damit genauso guten Eindruck hinterlassen kann, wie mit dem Debüt seiner Crew, wird sich zeigen.

Die fette Produktion von Balabambino fürs Intro hätte jedenfalls schonmal einen längeren Timecode als 1:50 Minuten verdient gehabt und der einfache aber straighte Banger "Ca Fait Bien Longtemps" feat. Kevin Ramos & U2F Partner K-tana bietet haargenau das, was bereits das Album von Unité 2 Feu ausgezeichnet hat: Mit wenig Aufwand wird viel gute Laune beim Hörer verbreitet. Jeder der einen richtig dicken Subwoofer im Auto hat, wird in Zukunft "Banlieusard" für alle Testläufe verwenden und alle anderen freuen sich über harte Punchlines von Al K-Pote, Alibi Montana, Seth Gueko und Grödash. Auf "Cesse Donc De Jakter" packt Beatmaker Tony Danza erstmals die alles übernehmenden Synthis aus, erinnert damit sehr an Booba's "Le D.U.C." und der Feature von Kevin Ramos bleibt erneut positiv im Gedächnis hängen.

Bei "Je Reviens" darf Grödash ganz alleine die Trackliste und dank Producer Fantome auch den Club beackern und würde 50 Cent das treibende Instrumental von "Pour Ma Banlieue" bespitten, hätten wir wahrscheinlich einen weiteren Nummer Eins Hit. So verdingen sich Grödash und Ol Kainry auf dem Beat und schicken Grüsse an ihre "Marseille Niggaz, Toulouse Niggaz, Paris Niggaz....". Der musikalische Dauerspass nimmt bei "Jamais" von Al K-Pote und Joe Lucazz zwar etwas ab, dafür bieten die Beiden allen an tieferen Lyrics Interessierten wieder mehr nahrhafte Kost. Was die versammelte Ténébreuse Mafia auf dem gleichnamigen Song raptechnisch abliefert, ist in jedem Fall tight, der Beat von Tony Danza könnte dem ein oder anderen allerdings zu wenig Melodie an den Tag legen. Die heulenden Westcoast Sounds von "Qui Represente ?" bringen akzeptable Abwechslung und dass Neochrome mit Joe Lucazz einen weiteren, talentierten MC im Team hat, beweisst der Storyteller "Monsieur Caillera".

Zur Halbzeit geht der Hörer zufrieden in die Pause um direkt im Anschluss von Al K-Pote, Seth Gueko, Alpha 5.20 und K-tana mit "Meurtrier" ein paar richtig derbe Punchlines ins Trommelfell geschleudert zu bekommen. Sowohl "Le Mal Est Fait" als auch "Essonne Hs Conex" verdienen nicht mehr als den Titel der besseren Lückenfüller, dafür klingt "Citoyen", versehen mit einer Produktion der Sound Twins, mit einer Gesangshook und guten Zeilen von Al K-Pote, K-tana, Brasco & Nakk wieder nach mehr gelungenem Entertainment. Auch der melancholische Piano Loop von "Halls Sales" legt wieder an Qualität zu, was ebenso ein Verdienst von Grödash ist und mit "Père Noël" von Al K-Pote, Kevin Ramos & K-tana findet die Trackliste endgültig zu ihrer alten Stärke zurück. Der Remix von "Changer les habitudes" ist nicht ganz so überzeugend wie das Original auf dem Unité 2 Feu Album und bei "Los Monzas" feat. Grödash, Fik's & P.Kaer, Scar Logan und Bobi hätte der Produktion das Wagnis eines Double Time Flows wirklich gut zu Gesicht gestanden....

Zwei eher unerwartete Gäste rocken in Persona von Samm und L'Alien mit "Le Rap De La Tess" auch nochmal das Ende der Trackliste, die übrigens nicht von Al K-Pote, sondern von einem gewissen Teddy Blow mit "Optimiste" vernünftig abgeschlossen wird. "Rap de Banlieusard" hat das Spiel bereits in der ersten Hälfte klar gewonnen und sich deshalb in der Zweiten offensichtlich zu sehr auf die faule Haut gelegt. Trotzdem ist das Debüt von Al K-Pote insgesamt ein Erfolg und langsam aber sicher scheint sich Neochrome als ein Psyeudonym für Qualität zu entpuppen.

Autor: Maik Ritter




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