Album: Disiz La Peste - Les histoires extra ordinaires d'un jeune de banlieue
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Label: Barclay
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VÖ: Oktober 2005
Disiz la Peste ist und bleibt ein Phänomen, er ist und bleibt "Everybody`s Darling" der französischen Hip Hop Szene und er wird auch mit seinem dritten Studio Album "Les histoires extra ordinaires d'un jeune de banlieue" diesen Status verteidigen.
Ohne einen am besten in Paris ausgestellten Ausweis, der die Herkunft aus einem harten Vorort bestätigt, bekommt ein Album heut zu tage manch mal gar seine Existenz nicht anerkannt.
Das dass bei Disiz schon immer anders war und keine besonders grosse Rolle spielt, wird auch diesmal wieder deutlich. Natürlich erzählt auch Disiz, dem Zeitgeist und seinem Album Titel entsprechend, von Geschichten die das Banlieue und seine Bewohner schreiben.
Aber bei dem Senegalesen aus dem 91ten Distrikt von Paris hört sich das wesentlich weniger düster und hoffnungslos an und selbst wenn er viele Missstände anspricht, schafft er es doch immer wieder auch positive Erfahrungen und Erinerrungen mit ein zu bauen. So macht "Une histoire extraordinaire" dank bekannten Disiz Killer Flows und verspielten Sounds mehr Spass als nachdenklich und trotz deeper Lyrics könnte "Jeune de banlieue" auch locker Pop Produktionen von der Chartspitze vertreiben.
Mit dem Remix von "Inspecteur Disiz" hat Mr. Gueye ohnehin einen so derben Burner auf sein Album gepackt, dass sogar die Clubtauglichkeit des Originals in Frage gestellt wird und das sprengte schon auf dem "Dans tes reves" Soundtrack alle Dancefloors.
Ein Track der einfach allen gefallen dürfte. Egal ob Clubgänger, Punchline Fanatiker oder Konzept Freunde, dieses Teil ist einer der besten Songs 2005 und wird sowohl in hellen nobel Clubs als auch in dreckigen Underground Spelunken auf heavy Rotation laufen.
Ausserdem ist "Inspecteur Disiz" das beste Beispiel für die Reputation von Disiz la Peste. Denn obwohl er hier mit einiger Ironie Namen wie Booba, Rohff oder Jean Gab'1 ins Spiel bringt, nimmt ihm das weder einer der Artists, noch irgendeine Fanbase übel.
Wer mit soviel Wortwitz und Wortgewandtheit seine Widersacher abstraft, egal ob Politiker, MCs oder Ex Frauen, wie Disiz bei "Fuck you" Part 1 und 2, dem kann man einfach nicht böse sein.
Die Produktion frönt derweil weder dem modernen Elektro Trend, noch dem alten, vor allem in Marseille so beliebten orchestralen Sound. Die hier präsentierten Beats sind eine wirklich gute Mixtur aus beiden Stilen und egal ob popig oder underground mäsig angehaucht, dem Hörer geht es gut ins Ohr.
Das Disiz la Peste spitten kann brauch er nicht mehr zu beweisen und hält sich in Sachen Battle deswegen eher zurück. Mit "Juste Killer" feat. Humphrey hat er aber dennoch einen echten Representer auf dem Album.
Allerdings muss man zugeben, dass der sonst so positive Überraschungseffekt durch Disiz`s gerade sound technisch so grosse Experimentierfreude ausbleibt. Disiz hat seinen Sound zwar wieder einmal verändert, etwas wirklich grundlegend Innovatives bietet er, wie bei früheren Alben, aber nicht. Manchmal hat man sogar das Gefühl, dass auf "Les histoires extra ordinaires d'un jeune de banlieue" ein wenig auf Sparflamme gerappt wird.
Diese letzte Zeile würde ich bei Konzept trächtigen und guten Songs wie "Miss désillusion" zwar gerne wieder revidieren, aber gut die Hälfte der Titelfolge ist und bleibt für Disiz Ansprüche unter seinem Niveau.
Trotzdem ist dieses Werk locker in den Top 20 des Jahres, denn auch ein Disiz la Peste auf Sparflamme reicht noch aus um ganz oben mit zu spielen.