Album:  L's.Kadrille - Extazik City .......................... Label:   Warner .......................... VÖ:  November 2006

Als L's.Kadrille 2004 ihr erstes Mixtape heraus brachten, waren sie noch mit dem Begriff Underground zu betiteln und trotzdem verkaufte sich "Extazik" fünftstellig. Mittlerweile sind 13.Or und 16.Ar Major Artists deren Debüt Album "Nos Vies" 2006 zu den erfolgreichsten Alben des Jahres gehörte. Da kann die Erwartungshaltung zu einem blossen Mixtape schon mal schnell sehr hoch werden. Die so oft bei ähnlichen Releases praktizierte Resteverwertung können wir bei "Extazik City" jedenfalls getrost ausschliessen, denn unter den 20 Tracks tummeln sich nicht nur einige Indedits, sondern auch etliche Solo Beiträge der beiden Ausnahmespitter.

DJ Roc J, der Mann hinter den Plattentellern, zerschlägt mit seinem exzellenten Intro ausserdem den häufigen Vorwurf, dass sich die Turntablerocker auf vielen Mixtapes kaum noch anstrengen würden. Der erste Track "Pousser les limites" macht dem Hörer derweil klar, warum L's.Kadrille derzeit so beliebt sind. Hier wird nämlich der längst geadelte Pop Song "Push it to the limit", den meisten nachhaltig aus Scarface bekannt, mit harten Drums und Hand Clap Snare auf Rap gepimpt und von derben Punchlines bestens eingefahren. Trotz tigher Hook Cuts überspringen wir das recht einfallslose "La rage du ghetto" um beim nächsten Track umso länger hängen zu bleiben. Alle Dirty South Freunde werden nach 10 Sekunden durchs Zimmer springen und lautstark "Bougez sur mon son" shouten und auch die clubigen Synthis von 16.Ar's erstem Solo "Ma rakakaille" feat. Edwyge sorgen für beste Stimmung.

Mit "Le festival du poulet" wird gleich noch ein erstklassiges und taufrisches Geschütz aufgefahren und auch wenn der "Frenesik freestyle remix" nicht mehr der frischeste ist, die Collabo mit Rim.K und Co hört man sich gerne ein zweites Mal an. "Ma boulette" geht dank der sicheren Punchlines in Ordnung und obwohl "Bizness" dem ein oder anderen ein wenig zu stressig sein könnte, ist der erste Solo Joint von 13.Or ebenfalls ein Brett. "Au quart de tour" legt erstmals mehr Wert auf klassische Streicher und Pianos, was der kritischen Banlieue Thematik ein passendes Gewand verleiht und vor allem der Feature von Black Marché hört sich richtig gut an. Die dritte neue Produktion in Folge kann mit "Rien à gratter" nicht so überzeugen wie seine Vorgänger, dafür bieten 16.Ar's "Paname Demonium" sowie "Vertige 2" feat. Redemption konstant hohe Rap Skillz auf einwandreie wenn auch durchschnittliche Beats.

Leider taugt der Sound von "Creve le rêve français" nur wenig, was sehr schade ist, weil die kritischen Lyrics von 13.Or locker das Potenzial für einen Burner hätten. "On vit comme on peut" feat. Sefyu ist bereits zwei Jahre alt, war aber 2005 einer der Besten Tracks auf Mac Tyers "Patrimoine du ghetto" und verdient den re-release damit allemal. Unauffällig und doch ein kleiner Street Banger ist "Jusqu'ici tout va bien" feat. Barou, wobei das sehr kommerzielle "One for the money" feat. Horace Brown bei den vorwiegend harten Geschmäckern der französischen Headz auf taube Ohren stossen dürfte. Zum Glück zieht das Ende der Trackliste das Niveau nochmal schlagartig nach oben, denn sowohl "Partout pareil" von 13.Or, "Bien visser" von 16.Ar feat. OGB & Alibi Montana, als auch "La massue & la lame" sind abschliessende, elektronisch geprägte Highlights des Mixtapes.

Ohne Zweifel ist "Extazik City" ein tightes Werk mit einigen Burnern zweier MCs, die hörbar zu den Besten Spittern ihrer Zunft gehören. Leider können sie dieses Level aber nicht durch die gesamte Trackliste transportieren und von einer Crew wie L's.Kadrille darf man das ruhig erwarten.

Autor: Maik Ritter




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