La Fouine, das ist ein Wiesel und diesem putzigen und flinken Tierchen wird im Allgemeinen nachgesagt, dass es, trotz seines eher niedlichen Aussehens, immer für eine faustdicke Überraschung gut ist. Vielleicht hat sich der MC aus Trappes, einem Viertel von Paris, deshalb nach diesem Tier benannt. Denn wenn man sich La Fouine so ansieht, traut man ihm kaum zu, solche Punchlines los zu schmettern, wie er es auf seinem Debüt Album "Bourré au son" fast im Sekundentakt fertig bringt. Bereits sein "Plante Trappes" Mixtape war ein voller Erfolg und damit sein erster Longplayer dem in Nichts nachstehen sollte, machte sich das Wiesel die grösst mögliche Garantie klar, die er bekommen konnte und verpflichtete die Animal Sons, verantwortlich für so ziemlich jede Booba Produktion, als Producer für sein Album.
Manche können sich also vielleicht schon vorstellen wie der Sound von "Bourré au son" beschaffen ist: Mächtig, mächtiger, am mächtigsten.
Uhrgewaltige Synthesizer gemischt mit unzähligen kleinen Samples bilden eine gemein gefährliche Symbiose, die manchmal ein bisschen zu grossflächig klingt.
Aber meistens zeigen die Animal Sons hier wieder ganz grosses Kino und mit La Fouine haben sie einen Hauptdarsteller, der mit Recht als einer der talentiertesten Newcomer in Frankreich gilt.
Sein Song "Autobiografie" umreisst eben diese und wirft mit Punchlines und Flows um sich, die seines Gleichen suchen und mit "Basta" feat. Zaho hat La Fouine einen Club Hit auf seinem Album, der locker das Potential zu einem Chartbreaker besitzt. Das La Fouine aber auch auf etwas ruhigere, mit Gitarren Samples bestückte Beats rappen kann, beweisst er auf dem Titelsong "Bourré au son" in dem er vor allem seine musikalischen Inspirationen aus den USA (wie N.W.A. oder Big L) beschreibt.
"Marche ou créve" feat. Cheb Tarik, der die Hook in arabisch singt, ist an Energie kaum zu überbieten und ein absolutes Highlight. Auf "Symphonie" spittet La Fouine mit Hilfe von L's.Kadrille auf höchstem Niveau um die Wette und bei "Peu à l'arrivée" erreicht er in Double Time etwa die Geschwindigkeit eines neuartigen Düsenjets und bleibt dabei trotzdem noch sehr verständlich. Auch die Bandbreite der Produktion ist beeindruckend. Egal ob G-Funk Styles bei "Groupie Love", poppigen R'n'B Klängen bei "Quelque chose a special" oder fast schon bizarren Synthi Monstern wie "J'rap pour le fric", La Fouine nimmt jede Vorgabe mit Bravour und verleiht jedem Sound seine persönliche Note.
Das er diese Noten am liebsten in Form von Battles und Representern an den Mann bringt wird schnell klar, aber auch tiefer gehende Themen, wie bei "Peace on Earth" oder "L'unité" feat. J-Mi Sissiko, stellen ihn vor keine grossen Probleme. Ganz im Gegenteil. Die Aufforderung zur Einheit der Menschen, unterstützt von einem wie immer sehr gut aufgelegten J-Mi Sissiko, ist sogar ein weiterer Höhepunkt.
Auch wenn die Animal Sons es hier und da übertreiben und das Album teilweise ein wenig zu Chartlastig rüberkommt, "Bourré au son" ist eines der besten Alben dieses Jahres und vielleicht sogar eines der besten Debüts ever. Wenn die Entwicklung des Wiesels keinen Stillstand erfährt, werden Booba`s Worte, nämlich dass La Fouine nach ihm der nächste Superstar werden wird, mit Sicherheit wahr.