Album:  Mac Tyer - Le Général .......................... Label:   Because .......................... VÖ:  November 2006

Ist es möglich sich mit einem einfachen Street Album unwiederruflich an der Spitze des Spiels fest zu setzen ? Wenn man das Solo Debüt von Mac Tyer gehört hat, kann die Antwort nur ein klares "ja" sein. Denn "Le Général" impliziert dem Hörer soviel auf höchstem Niveau dargebotene Energie, dass man sich schon sehr anstrengen müsste, um am Ende der 25 Tracks nicht begeistert Repeat zu drücken. Bereits die Hookline des Openers "Derka" brennt sich zielsicher ins Trommelfell und die Power der Vorab Street Single "93 tu peux pas test" braucht man an dieser Stelle nicht nochmal zu betonen. Was alle Tandem Fans schon lange wissen, offenbart sich den anderen Hörern bei "Le Général". Nämlich, dass Mac Tyer a.k.a. Socrate nicht nur Killer Punchlines am Fliessband auf gemein gefährliche Synthi Ungehauer abfeuern kann, sondern dass er auch ein Meister der tiefen Lyrics ist. In diesem Fall setzt er diese, mit klassischer Unterstützung von melancholischen Pianos und Violinen, zu einem absolut würdigen Titeltrack zusammen.

Bei "Qu'est ce que tu veux boy" kann vor allem Feature Bigou auftrumpfen und das gitarrensample-lastige Konzept von "Pacman" geht voll auf. Auch die Thematik eines aufreibenden Rosenkrieges bei "Guerre des roses" kann Mac Tyer überzeugend verpacken. Der Refrain ist zwar ähnlich nervtötend wie die Ex Frau, aber genau auf die Vermittlung dieser Tatsache zielt der Song ab. "L'impulsif" und "Auber c'est pas L.A" feat. Wallen kennt man noch von der "Patrimoine du ghetto" Compilation, dass mindert aber nicht das ansprechende Level der Songs. "Ne me parle pas de rue" feat. Booba würde eigentlich schon reichen um den Feierabend einzuleuten, denn was die zwei vielleicht heissesten Spitter Frankreichs hier veranstalten ist ein Lehrbuchbeitrag für perfekte Technik.

Wenn man über folgende Songs wie "Comme en 90" oder "La roue va tourner" sagt, sie seien eher schwächere Vertreter des Albums, darf man dabei nie vergessen, dass die Bars von Mac Tyer zu jeder Zeit ganz hohen Qualitätsansprüchen genügen und damit eigentlich alle Titel das Potenzial zu einem persönlichen Favoriten haben. Die Zusammenarbeit mit Kery James hat bereits in der Vergangenheit Früchte getragen und auch diesmal ist die Collabo "Suicide carceral" eines der Highlights von "Le General". "A Chaud" ist derweil ein weiteres Indiz für die anscheinend unerschöpflichen Skillz des Hauptdarstellers und auch wenn sich Mac Tyer auf Raggae Rhythmen ein wenig verloren anhört, bietet "Rebellion" feat. Toma willkommene Abwechslung. Der zweite Auftritt von Homie Bigou bei "Racaille ambition" hinterlässt erneut einen guten Eindruck, die wilden Hi-Hats von "Si tu rotka" hauen jeden Valiumsüchtigen aus den Socken und die fast gesungene Tiefe von "Petit frere petite soeur" bringt auch den härtesten Fan zum nachdenken.

Ganz so eindringlich gestalten sich die deepen Bars von "On a tous du mal" feat. Tima nicht, dafür liefert der ganz andere weil weniger düstere Sound von "Jeunes parents" feat. Kiki wieder eine neue Facette von Mac Tyers Können. Mit "Tu vas pleurer" folgt der unumgängliche, extrem tighte, sehr harte und dennoch etwas sozialkritische Feature von Tandem Partner Mac Kregor und zusammen sind diese Beiden einfach unschlagbar. Die Produktionen der letzten zwei Songs "La paire de requins" und "Les chiens sauvages" feat. 6Sens & VR6 sind vielleicht mit ein paar elektronischen Elementen zuviel ausgestattet, gehen aber genau wie das Outro vollkommen in Ordnung.

Fazit ? Nicht jeder Track auf "Le Général" ist ein Burner, aber der Rapper Mac Tyer hat diese Bezeichnung für sich gepachtet. Ohne wenn und aber eines der derbsten Alben des Jahres !!

Autor: Maik Ritter




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