Album:  Ol Kainry & Dany Dan - Ol & Dany .......................... Label:   Got Gunz .......................... VÖ:  Oktober 2005

Viel zu lange musste die Hip Hop Szene auf dieses Album warten. Scheinbar vor Ewigkeiten wurde die Collabo von zwei der besten Spitter Frankreichs angekündigt und immer wieder wurde der Release Termin verschoben. Erst hiess es das Album kommt über Dany Dan`s Vertieb heraus, dann sollte es über Ol Kainry`s Label Nouvelle Donne veröffentlicht werden, letzt endlich ist der Longplayer von Ol Kainry und Dany Dan über den Indi "Got Gunz" erschienen. Obwohl beide MCs zuletzt eher enttäuschten, Ol Kainry mit dem zweiten Factor X Album und Dany Dan mit dem verstaubten Sages Poetes de la rue Aufguss, war sich ganz Frankreich sicher, dass diese Zusammenarbeit einfach gut werden muss. Nun kann man getrost sagen: Frankreich hat recht behalten.

Allein schon der auch als Single ausgekoppelte Song "Cri mon nom 2005" hat soviel Power und Punchlines, dass sich wirklich niemand der Energie von Ol Kainry und Dany Dan entziehen kann. Auf einem Beatgerüst welches ein wenig an "In da Club" von 50 Cent erinnert, nur das es tatsächlich noch mehr nach vorne geht, spitten die beiden Pariser um die Wette und wenn ich jetzt auf ihrem Konzert wäre, würde ich mit Sicherheit wirklich ihre Namen schreien. Der Remix dieses Burners legt mit technisch ebenso anspruchsvollen Bars von Alibi Montana, Seyfu und Nubi sogar noch eine Schippe Begeisterung drauf. Und diese wird kaum unterbrochen. Egal ob "Putneg" oder "Oblige", jede einzelne Zeile der vielen Battle Tracks ist eine Lehrvorführung für alle die wissen wollen wie sich aggressiver Representer Rap anhören muss.

Die Produktion ist dabei konstant gut. Sound technisch ist sie zwar recht einfach gestrickt aber die vielen verspielten Drums ergänzen sich bestens mit den häufig gesampleten Loops und schaffen ein wunderbares Klima zum gewollten Bounce-Effekt. Wer die musikalische und vor allem textliche Abwechslung sucht wird allerdings die Platte wechseln müssen. Denn ausser "Afrikain", der nach Soul klingenden Hommage von Ol Kainry und Dany Dan an ihren Heimat Kontinent Afrika, ist auf diesem Album kaum Platz für tiefer gehende Songs oder gar ausgetüftelte Konzept Tracks.

Aber mal ehrlich, die grosse Masse an qualitativ hochwertigen Killer Punchlines hätte alles andere auch ins klare Abseits befördert und genau wegen dieses "Spit Festivals" haben wir doch alle solange auf die Symbiose von Ol Kainry und Dany Dan gewartet. Also bitte nicht meckern, Burner wie "Debrouillard" feat. Nubi und einem unheimlich gut aufgelegten Brasco reinfahren und lernen wie man aus nicht alltäglichen Reimstafetten und einem über die Jahre exzellent gereiften Flow eine echte "Battle-Sperr-Spitze" bastelt.

Autor: Maik Ritter




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