Es war das Jahr 2002 als Dany Dan, Zoxea und Melopheelo, besser bekannt als die Sages Poetes de La rue, ihr drittes und umjubeltes Album "Apres L'orage" in die Läden stellten. Seitdem sind drei Jahre vergangen und man könnte meinen, dass die Jungs aus dem Pariser Vorort Boulogne, trotz einiger Solo Projekte, genug Zeit hatten um ein neues Album auf die Beine zu stellen. Auf "Tresors Enfois" trifft die Bezeichung neu aber nur deshalb zu, weil es ein frischer Release ist. Die Tracks selbst sind zum grössten Teil alles andere als frisch. Dieser Longplayer ist eher ein Sammelsurium aus bisher unveröffentlichten Songs, die bis in das Jahr 1996 zurück reichen.
Wirklich neu produziert sind einzig das Intro und das Outro und der ein oder andere Remix von Tracks, dessen Original Versionen auf Compilations oder Soundtracks erschienen sind. So kann sich der Hörer zwar versichern, dass Dany Dan und Zoxea schon Ende der 90er böse spitten konnten, was gleich der erste Track "A present tu nous regrette" beweist und das Melopheelo schon vor den Animal Sons oder Drixxxe von Triptik wusste wie man die Synthesizer richtig einsetzt, wie bei "Criticus" zu hören, aber wenn man das Gesamtwerk betrachtet, wird auch der eingefleischteste Fan bemerken, dass die Songs allesamt ein wenig eingestaubt sind. An sich ist der Sound so wie man ihn von den Strassen Poeten kennt. Sie machen wenig Spektakel, bevorzugen einfach gestrickte Beats, verwenden viele Loops und haben viele Jazz und Funk Einflüsse.
Die Produktion hört sich also so an als wäre die Scheibe Mitte oder spätestens Ende der 90er erschienen oder als wäre sie eine Hommage an frühe Lords of the Underground oder Funk Doobiest Stücke. Das mag für alle Nostalgiker ein Lichtblick sein, für heutige Standards ist das Ganze allerdings ein bisschen zu schwach auf der Brust.
Das die Scheibe aber trotzdem auch für Anti Backpacker interessant bleibt, hat sie einzig und allein den Lyrics von Dany Dan und Zoxea zu verdanken.
Auch wenn die Jungs auf eher lahmenden Pferden reiten müssen, kann man ihnen definitiv nicht vorwerfen, nicht alles raus zu hohlen was geht.
So wird "Parisien" mit Sicherheit eine kleine Hymne in Paris werden und wenn man erst mal auf "J'ai travaillé dur" gelauscht hat wie hart die Poetes arbeiten mussten um dort hin zu kommen wo sie jetzt sind, oder auf "Faire ses affaires" ans Herz gelegt bekommt möglichst immer sein eigenes Ding zu machen, ist der Dank für intelligente und oft sehr ironische Lines grösser, als die Langeweile die durch die veralteten Beats aufkommt. Textlich gesehen sind "La force est dans le peuple" (zu deutsch : Das Volk besitzt die Kraft) oder "Pense ŕ moi de temps en temps" klare Höhepunkte, mit tiefen Themen und besonders gute Storyteller, aber leider können die Beats, die Lyrics nicht so transportieren, wie sie es verdient hätten.
Für alle Sages Poetes Fans ist "Tresors Enfouis" sicherlich ein schöner Appetizer für kommende, tatsächlich neue Sachen, alle Anderen sollten lieber warten bis sich Dany Dan, Zoxea und Melopheelo wieder die Mühe gemacht haben ihre Reime in ein gutes und zeitgemässes Gewand zu packen.