Album: Tandem - C'est toujours pour ceux qui savent
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Label: Kilomaitre
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VÖ: 28 Februar 2005
Ihr Name ist der Erste der fällt, wenn man in Frankreich vom sogenannten Hardcore Rap spricht und eigentlich wartet die Szene schon seit 4 Jahren schwer angespannt und fast verzweifelt auf ihr erstes Album. Denn schon 2001, nach ihrem ersten Release in Form der EP "Ceux qui le savent m'écoutent", war allen klar, dass dort zwei echte Ausnahmetalente in den Startlöchern stehen. Mit Songs wie "Niqué le system" (2001 auf dem Sachons dire non 2 Sampler), "Rap Sauvage" (2003 auf Hostile`s Fat Taf Compilation) oder "Les Bal des Meurtriers" (ebenfalls 2003 auf der ersten Hematom Concept Single) liefern sie gleich mehrere Tracks ab, die zu Klassikern avancieren. Ihr Mixtape "Tandematique", welches Mitte 2004 erscheint, kann bessere Verkaufszahlen aufweisen, als so mancher Major Release und ihre Single "93 Hardcore" verurteilt wirklich jeden zum endlosen Kopfnicken und treibt alle, die auf ihren ersten Longplayer warten, fast in den Wahnsinn.
Aber jetzt ist es endlich soweit: Das erste Album von Tandem ist da. Eigentlich war schon vor der Ankunft von "C'est toujours pour ceux qui savent" klar, das dieser Release gut sein muss. Denn in einem sind sich alle Kritiker einig: Flowtechnisch bewegen sich Mc Tyer und Mc Gregor auf aller höchstem Niveau und ihr Repertoire an Punchlines scheint nahezu unerschöpflich zu sein. Genau das beweisen die beiden MCs auf ihrem Erstlingswerk wieder mal eindeutig und somit ist dieses Album, allein schon durch die MC Skillz, ein absolutes Brett. Der Opener "93 Hardcore", der ja schon als vorab Single alles weg burnte, gibt direkt den Ton für die folgenden 16 Tracks an: Harte Lyrics, gespickt mit derben Punchlines und ebenso derben Flows, fliessen auf treibenden Beats mit extrem viel Power. Schon bei Track Nummer zwei, "Le monde est stone" kann das Kopfnicken schnell zu einem Schleudertrauma führen und man fragt sich ob nun die Streicher und somit der Beat oder die beiden faszinierenden MCs dafür verantwortlich sind.
Den klassischen Sample von "Dans ma rue" mögen einige noch von der Firma kennen und obwohl das Tempo hier ein wenig abnimmt, bleibt die Temperatur konstant tropisch. Bei "Génération sans repères" muss man zum ersten Mal an die Kritiker von Tandem denken, die sich gerne darüber beschweren, dass ihre Produktionen zwar sehr gut, aber meist zu sehr einem Violin Konzert gleichen. Aber spätestens bei der Hook ist das Dank eines wunderschönen Basslaufes schnell wieder vergessen, mal abgesehen davon, dass der textliche Inhalt von "Generation ohne Bezugspunkte" auf jedem noch so mittelmässigen Beat, was dieser ohnehin nicht ist, sicher punkten könnte. "J'ai trop de coeur" vereint verschiedene Klaviersamples mit einigen Synthi Sounds und macht allein schon durch diese gelungene Mischung richtig Spass. Die Lyrics skizzieren derweil die traurige Welt eines Menschen, der zuviel Herz hat und daran zu zerbrechen droht. Schon jetzt ist klar, dass man Tandem nicht vorwerfen kann nur Battle Tracks zu schreiben, denn auch "Un jour comme un autre" (Ein Tag wie jeder andere) stellt sich als klarer Konzept Track heraus und die Punchlines der Jungs treffen auch beim Storytellin sicher ihr Ziel.
Mit dem sieben (!!!) Minuten langen Song "Le jugement" findet sich ein weiteres Highlight auf dem Album. Nicht nur die vorgetragene Geschichte eines Hitchcock reifen Krimis, sondern vor allem die Rollenverteilung machen diesen Track besonders wertvoll. Denn in den Gastrollen treten Diam`s, Lino von Ärsenik, Kery James, Faf Larage und Tunisiano von Sniper ans Mic und so wird der doch sehr lange Track niemals langweilig und fast wie bei einem guten Buch kann man das Ende der Geschichte kaum abwarten. Mit "Trop Speed" zeigen sich Tandem sehr experimentier freudig und feuern ihre Rhymes auf eine Soundmischung aus House und Dancehall ab. In diesem Fall schlägt das Experiment wohl eher fehl, aber spätestens bei "Warriors" sorgt ein brachialer Synthi Beat dafür, dass man die Jungs für ihre gelungenen Versuche für den Nobelpreis vorschlagen möchte. Mit "Vécu de poissard" verabschieden sich Mc Tyer und Mc Gregor sehr wortgewaltig von ihren Hörern und hinterlassen den Eindruck, dass die vielen Vorschussloorbeeren keineswegs unberechtigt waren.
"C'est toujours pour ceux qui savent" ist ein Album, welches kaum Schwächen aufzeigt, denn selbst wenn der ein oder andere Beat eher durchschnittlich klingen mag, heben die beiden MCs den Track trotzdem auf den nächsten Level. Besonders ihr Gespür für gut ins Ohr gehende und sich klar hervor hebende Hooks muss man loben und wenn Tandem es schaffen dieses hohe Niveau weiter zu halten und ihre Produzenten sich noch ein wenig weiter entwickeln, wird in naher Zukunft keiner mehr an ihnen vorbei kommen. Dieses Album bietet Raps, Flows und Puchlines in Hochkultur und geht, trotz vieler Battle Tracks, wesentlich tiefer als viele es den Protagonisten zu getraut hätten und das obwohl Tyer und Gregor eigentlich niemals die Strassen von St. Denis verlassen. Einfach nur tight.