Als Teamplayer ist Tepa schon lange eine feste Grösse in Frankreichs Hip Hop Game. Auch wenn er in den vielen Jahren seiner Karriere immer wieder gute Solo Tracks auf irgendwelchen Compilations gelancet hat, bekannt ist der Mann aus Paris durch die Specialistes geworden. 2 Alben hat er 1999 und 2005, zusammen mit Partnerin Princess Anies, veröffentlicht und nach guten 10 Jahren im Business wird es jetzt endlich Zeit für einen eigenen Release. Mit "Hall of Fame Vol. 1 - Dernier Survivant" hat Tepa ein Best Of Street Doppel-Album in Mixtape Format fertig gestellt, welches nicht nur seinen musikalischen Lebenslauf beinhaltet, sondern auch den seiner neuen Crew Box Office. Insgesamt 45 Tracks hat Tepa auf sein Erstlingswerk gepackt, 10 davon sind nagelneue Produktionen und gemixt hat das Ganze DJ M.Ice.
26 dieser Lieder stellen auf der ersten CD Tepa's persönliche Best Of Sammlung dar und der Einstieg beginnt direkt mit 2 der "Inedits". Diese drücken eines klar aus: Tepa hat alles was ein guter Rapper braucht. Eine prägnante, in diesem Fall recht dunkle Stimme, tighten Flow und gute Punchlines. Auch wenn "On veut tout" feat. Atis nicht ganz so viel Power hat, wie der im Netz veröffentlichte Remix, die Produktion von Kero ist absolut wasserdicht. Bei "Les metis" sieht das etwas anders aus. Der Beat von Tepa's Bruder Mysta D ist durchaus amtlich, wären da aber nicht die sehr guten Lyrics, die das Leben eines sogenannten Mischlings beschreiben, der Track hätte wenig zu bieten. Ähnliches gilt auch für die 4 weiteren neuen Produktionen auf der "Tepa CD" von "Dernier Survivant". Der Rapper überzeugt eigentlich mit jeder Zeile, egal ob wie bei "Prisonniers dans nos coeurs" eher tief und nachdenklich oder bei "Paroles de guerre" aggressiv und politisch. Die Beats von DJ Sos, der im Rza Style die Pianos minimalistisch einsetzt, und von Tony Dex, der den typischen Specialistes Sound bedient, sind leider nur oberer Durchschnitt.
Auf "Crosse en main", Inedit Nummer 5, macht es Tony Dex schon besser, auch wenn hier nur der gepickte Sample mehr reinhaut. Der letzte neue Song "Je voulai te dire" feat. Ba.B ist ein klassischer Rap meets R'n'B Cut und dass Tepa auch bei popigeren Produktionen mit Love Song Attitüde seine Technik nicht vergisst, spricht klar für sein Talent. Trotzdem fehlt den neuen Joints irgendwie das gewisse Etwas oder einfach nur ein echter Burner. Aber das macht eigentlich gar nichts, wenn man eine so tighte Vergangenheit vor zu weisen hat.
Denn die vielen älteren Tracks zeigen, dass Tepa nicht erst seit gestern weiss wie man vernünftig spittet und besonders die Produktionen aus IV My People Zeiten beeindrucken nachhaltig. Von "Le son des puristes" bis hinzu "Merci a vous", was Madizm und Sec.Undo einst für Tepa geschustert haben ist wirklich nice. Ebenfalls die Titel aus dem Specialistes Backup Katalog überzeugen und wer Tracks wie "Notre Histoire" feat. Harrysteed, Amara, Haroun, Aki noch nicht kennt, wird sich über ein Stück richtig gute Rap History freuen. Die restlichen Zutaten, die ein konstant erfreutes Zuhören ermöglichen, sind dicke Produktionen wie der Trompeten Stampfer "Melody en sous sols" von Dr. Swing, Killer Punchlines von Tepa, Sinik & Kennedy bei "Ghetto explorer" und weitere, ein hohes Level ansprechende Features von Busta Flex, Koma, Zoxea, Princess Anies oder Ärsenik.
Machen wir einen Sprung auf CD Nummer zwei, in den Kosmos von Tepa, Aki und Atis, also in die Welt von Box Office. Auch hier beäugen wir zuerst die insgesamt vier Inedits und der erste kommt mit "Original Box Office" direkt zu Beginn. Kein Killer, aber ein wirklich guter Representer, auf dem auch Aki & Atis zeigen können, dass sie Tepa in Sachen Skillz nicht viel nach stehen. "L'habit fait pas l'mik", ein soundtechnisches Experiment von Mysta D, gefällt einem entweder sofort oder, wie in meinem Fall, es geht gar nicht. Die anderen beiden, neuen Produktionen "Dix sur dix" und "Papa est loin" sind solide aber eben auch nicht mehr als bodenständig und können trotz guter Ansätze nicht soviele Punkte einfahren wie Tepa's Solo Joints.
Aber auch hier kommt noch ein ganzer Haufen an gar nicht so alten Tracks mit ins Spiel und da bleiben vor allem Clubbanger wie "On parle cash" feat. Layone und melancholische und sehr deepe Songs wie "Ca vient du sous sol et des melody" mit Feature von Ades hängen, der sich auch durch die gelungene Produktion auszeichnet. Es ist zwar kein besonders gutes Zeugnis, wenn man einer 45 Tracks langen Doppel CD nicht einen bis ins Mark gehenden Burner zugesteht, ein umso besseres ist es aber, wenn man sich eine solche Trackliste ohne grosse Niveauabfälle reinziehen kann und es immer unterhaltsam bleibt und niemals langweilig oder gar schwach wird. Dass hat das Album von Tepa auch dem sehr flüssigen Mix von DJ M-Ice zu verdanken und wenn man bedenkt, dass sich auch noch 2 Videos auf "Hall of Fame Vol. 1 - Dernier Survivant" befinden, kann man eigentlich nur eine Empfehlung aussprechen: Abchecken und verdammt lange guten Rap hören !!